Sprech-, Sprach-, Stimm- und Schlucktherapie

Teletherapie in Zeiten von Corona

Die Abgabe von Heilmitteln als Videobehandlung wurde in einer aktuellen Empfehlung der Kassenverbände auf Bundesebene und des GKV-Spitzenverbandes im Bereich der Stimm-, Sprech-, und Sprachtherapie, sowie der Schlucktherapie im Rahmen der Indikationsgruppe SCZ, SPZ und OFZ zugelassen (Die Indikationen SC1 un SC2, also krankhafte Störungen des Schluckaktes, sind davon ausgenommen). Diese Zulassung erfolgt zum Schutz der Patienten und Therapeuten vor möglichen Ansteckungen auf Grund der Corona-Pandemie. Diese Behandlungsform war bis zum 30.06.2020 befristet erlaubt. Gegebenenfalls wird sie zukünftig wieder möglich sein. Eine endgültige Entscheidung dazu ist noch nicht gefallen. Für die Therapie benötigen Sie eine geeignete technische Ausstattung. Voraussetzung : Smartphone, Notebook oder Tablett mit Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher. Zur Gewährleistung der Datensicherheit und eines störungsfreien Ablaufs der Therapie muss die Behandlung in einem geschlossenen Raum stattfinden. Aufzeichnungen jeglicher Art sind nicht gestattet. Alle anwesenden Personen müssen auf beiden Seiten vorgestellt werden. Bei der Therapie von Kindern ist die Anwesenheit einer Bezugsperson als Co-Therapeut und zur Unterstützung im Umgang mit dem Medium erforderlich. Eine schriftliche Einwilligungserklärung des/der Patient/in muss gegeben werden.

Für Kinder und Jugendliche

  • Spracherwerbsstörungen, Sprachentwicklungsverzögerungen, Sprachentwicklungsstörungen in den Bereichen Aussprache, Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik- und Satzbaustörungen
  • Sprechstörungen (z.B. Sigmatismus „Lispeln“)
  • Schluckstörungen / myofunktionelle Störungen (oftmals in Kombination mit einer kieferorthopädischen Behandlung)
  • Redeflussstörungen (Stottern / Poltern)
  • Sprechängste, (s)elektiver Mutismus
  • Stimmstörungen
  • auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen, häufig verbunden mit Lese- und Rechtschreibstörungen (LRS)
  • kindliche verbale Entwicklungsdyspraxie

Für Erwachsene

  • Sprech-u/o Sprachstörungen: Aphasie / Dysarthrie (z.B. bei neurologischen Erkrankungen nach einem  Schlaganfall, bei Marbus Parkinson, Multiple Sklerose, ALS,…)
  • Redeflussstörungen (Poltern/Stottern)
  • Sprechängste, (s)elektiver Mutismus
  • Stimmstörungen, z.B. bei hoher stimmlicher Belastung oder nach Kehlkopfoperationen, Schilddrüsenoperationen
  • Schluckstörungen, z.B. nach einem Schlaganfall (grundsätzlich keine Teletherapie möglich)
  • Störungen der Bewegungsplanung des Sprechens (Sprechapraxie)
  • Gesichtslähmungen (Fazialisparese), z.B. nach einem Schlaganfall
  • Sprech- und Sprachstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bei beginnender Demenz
  • Schluckstörungen bei fortschreitender Demenz (grundsätzlich keine Teletherapie möglich)

Vorsorge

Beratung und Anleitung von Eltern, Bezugspersonen, Kindertagesstätten, Schulen zum Beispiel zu folgenden Themen:

  • Mehrsprachigkeit
  • frühe Förderung bei der Risikodiagnose „Late Talker“
  • Umgang mit Redeflussstörungen
  • Stimmhygiene bei Berufssprechern