Sprech-, Sprach-, Stimm- und Schlucktherapie

Teletherapie in Zeiten von Corona

Die Abgabe von Heilmitteln als Videobehandlung ist vom 2.11.2020 im Bereich der Stimm-, Sprech-, und Sprachtherapie, sowie der Schlucktherapie im Rahmen der Indikationsgruppe SCZ, SPZ und OFZ wieder zugelassen (Die Indikationen SC1 und SC2, also krankhafte Störungen des Schluckaktes, sind davon ausgenommen). Diese Regelung gilt zunächst bis zum 31. Januar 2021. Diese Zulassung erfolgt zum Schutz jener Menschen, die aufgrund von bestimmten Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko mitbringen, sich mit dem Corona-Virus zu infizieren und schützt auch Therapeuten vor möglichen Ansteckungen.

Für die Therapie benötigen Sie eine geeignete technische Ausstattung. Voraussetzung : Smartphone, Notebook oder Tablett mit Bildschirm, Kamera, Mikrofon und Lautsprecher. Zur Gewährleistung der Datensicherheit und eines störungsfreien Ablaufs der Therapie muss die Behandlung in einem geschlossenen Raum stattfinden. Aufzeichnungen jeglicher Art sind nicht gestattet. Alle anwesenden Personen müssen auf beiden Seiten vorgestellt werden. Bei der Therapie von Kindern ist die Anwesenheit einer Bezugsperson als Co-Therapeut und zur Unterstützung im Umgang mit dem Medium erforderlich. Eine schriftliche Einwilligungserklärung des/der Patient/in muss gegeben werden.

Für Kinder und Jugendliche

  • Spracherwerbsstörungen, Sprachentwicklungsverzögerungen, Sprachentwicklungsstörungen in den Bereichen Aussprache, Sprachverständnis, Wortschatz, Grammatik- und Satzbaustörungen
  • Sprechstörungen (z.B. Sigmatismus „Lispeln“)
  • Schluckstörungen (oder Fütterstörungen) / myofunktionelle Störungen (oftmals in Kombination mit einer kieferorthopädischen Behandlung)
  • Redeflussstörungen (Stottern / Poltern)
  • Sprechängste, (s)elektiver Mutismus
  • Stimmstörungen
  • auditive Wahrnehmungs- und Verarbeitungsstörungen, häufig verbunden mit Lese- und Rechtschreibstörungen (LRS)
  • kindliche verbale Entwicklungsdyspraxie

Für Erwachsene

  • Sprech-u/o Sprachstörungen: Aphasie / Dysarthrie (z.B. bei neurologischen Erkrankungen nach einem  Schlaganfall, bei Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, ALS,…)
  • Redeflussstörungen (Poltern/Stottern)
  • Sprechängste, (s)elektiver Mutismus
  • Stimmstörungen, z.B. bei hoher stimmlicher Belastung oder nach Kehlkopfoperationen, Schilddrüsenoperationen
  • Schluckstörungen, z.B. nach einem Schlaganfall (grundsätzlich keine Teletherapie möglich)
  • Störungen der Bewegungsplanung des Sprechens (Sprechapraxie)
  • Gesichtslähmungen (Fazialisparese), z.B. nach einem Schlaganfall
  • Sprech- und Sprachstörungen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen bei beginnender Demenz
  • Schluckstörungen bei fortschreitender Demenz (grundsätzlich keine Teletherapie möglich)

Vorsorge

Beratung und Anleitung von Eltern, Bezugspersonen, Kindertagesstätten, Schulen zum Beispiel zu folgenden Themen:

  • Mehrsprachigkeit
  • frühe Förderung bei der Risikodiagnose „Late Talker“
  • Umgang mit Redeflussstörungen
  • Stimmhygiene bei Berufssprechern